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Hinsehen, wo Ausgrenzung geschieht, seine Stimme erheben, wo Unrecht geschieht!

Exkursion der Kursstufe 2 zur KZ-Gedenkstätte Dachau (11.10.2021)

Dachau – die Bedeutung dieses Namens ist aus der deutschen Geschichte nicht auszulöschen. Er steht für alle Konzentrationslager, die Nationalsozialisten in ihrem Herrschaftsbereich errichtet haben.“ (Eugen Kokon)

Nachdem das Thema Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht der Kursstufe aus verschiedensten Perspektiven behandelt worden ist, bestand bei vielen Schülerinnen und Schüler der Wunsch, eine Gedenkstätte des NS-Terrors zu besuchen. Somit machten sich die Schülerinnen und Schüler der drei Geschichtskurse der Kursstufe 2 in Begleitung von Frau Dippon, Herrn Fassbender und Herrn Körkel am Morgen des 11. Oktober zu dieser nicht gerade einfachen Exkursion auf. Aus dem Unterricht war allen schon vieles bewusst, was genau einen am „KZ Dachau“ aber erwarten würde, das blieb für alle noch unklar und erzeugte bei vielen sicherlich ein etwas mulmiges Vorgefühl. Dass jeweils mit einer Fahrt von über drei Stunden zu rechnen sein würde, war allen Teilnehmenden klar.

Vor dem Eingang des ehemaligen KZ Dachau

Die Gruppe vor dem Eingang des ehemaligen Konzentrationslagers. Foto: Körkel

 

Man erreicht das Gelände der Gedenkstätte Dachau im Grunde durch ein Industriegebiet, unweit der Autobahn gelegen sind Möbelgeschäfte, Baumärkte, Schnellrestaurants und Ähnliches zu sehen. Zu registrieren ist also keine karge Steppe, keine Heidelandschaft, kein Moor, sondern die Banalität eines gewöhnlichen, insgesamt charakterlosen Gewerbegebiets, unweit der bayerischen Landeshauptstadt. Die Besucherparkplätze sind bestens ausgebaut und nach kurzem Fußweg und dem Check der obligaten Corona-Formalitäten, der eher pauschal durchgeführt wurden (und eben nicht in Form einer autoritären Kontrolle), trafen wir am modernen Besucherzentrum unsere beiden Guide, zwei hochmotivierte und engagierte ehrenamtliche Mitarbeiterinnen der Gedenkstätte. Mit ihnen machten wir uns auf einen etwa zweistündigen Rundgang durch das Lagergelände.

Auf dem Apell-Platz

Auf dem Apell-Platz. Foto: Körkel

Zunächst war zu aller Erstaunen festzustellen, dass nicht das gesamte Lagergelände zur heutigen Gedenkstätte zählt. Gerade der Teil, den die neuen Häftlinge zuerst betreten mussten, wird noch heute von der bayerischen Polizei weiter genutzt. Mit Hilfe von Schilderungen und Originalfotografien gelang es den beiden Guides schnell, plastische Eindrücke von der Aufnahme der Häftlinge ins Lager zu erzeugen. Nach Durchquerung des sog. Jourhauses (also „Taghaus“), in dem die Wachleute der SS ihren Dienst versahen, gelangten wir schließlich in das weite Gelände der eigentlichen Gedenkstätte, zugleich auf den Appellplatz des ehemaligen Konzentationslagers. Das zentrale Anliegen der geleiteten Führungen wurde dabei, mit Blick auf hier vollzogene schikanöse tägliche Appelle und schrecklich leidvolle Strafappelle, in dem Satz verdeutlicht: es gehe nicht darum, dass sich heute noch ein Besucher auf dem Gelände des Konzentrationslagers schlecht fühlen solle, sondern es gehe um das Verstehen. Ein weiteres Anliegen war von allem darin zu sehen, dieses Wissen über das Konzentrationslager auch in der Gegenwart zu verankern: Hinsehen, wo Ausgrenzung geschieht, und seine Stimme dagegen erheben, wo Unrecht passiert! Hierüber kamen im Laufe des Rundgangs einige interessante Gespräche zustande.

 

Das Konzentrationslager Dachau hatte im Lagersystem der Nationalsozialisten eine besondere Bedeutung. Begründet wurde es, bereits drei Wochen nach dem Reichstagsbrand, im Frühjahr 1933. Euphemistisch als Schutzhaftlager bezeichnet, diente es vermeintlich der Umerziehung vor allem politisch missliebiger Personen. Zu Beginn hatte es eine Kapazität für 5000 Gefangene. Nach der Entmachtung der SA im Jahr 1934 geriet es ganz in die Hände von Himmlers SS. Unter Lagerkommandant Theodor Eicke wurde die unmenschliche Lagerordnung aufgestellt, mit brutalen Bestrafungen, die von Willkür und Terror geprägt waren. Dienstvorschriften für das SS-Wachpersonal aus dem KZ Dachau wurden auf alle Konzentrationslager in Hitlers Machtbereich übertragen. Dachau wurde zu einer wichtigen Ausbildungsstätte für Wachpersonal und KZ-Kommandeure, wie z.B. Rudolf Höß, den späteren Kommandanten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz.

 

1937 war das Lager zu klein geworden, das neue Lagergelände, wie es heute zu sehen ist, wurde errichtet. Auf unserem Rundgang sahen wir die Lagergefängnisse (Bunker), Versorgungsgebäude, rekonstruierte Baracken, schließlich auch das alte und neue Krematorium, das zugleich als Hinrichtungsstätte diente. Einige der Innenräume blieben aufgrund der bayerischen Corona-Verordnung geschlossen. Plastisch wurde der Rundgang aber ohnehin vor allem durch die Schilderung von Einzelschicksalen, wie dem des kleinen Ansichtskartenverkäufers aus Berchtesgaden, eigentlich einem Anhänger Hitlers, der sich gegen die Enteignung seines Ladengeschäfts aufgrund der Nachbarschaft zu Hitlers Wohnsitz „Obersalzberg“ wohl einmal zu frech beschwert hatte und daraufhin nach Dachau gebracht wurde, wo er schwerste Misshandlungen erfahren haben muss. Beklemmend wurde der Rundgang vor allem beim Betreten des neuen Krematoriums.

Vor dem Museum

Vor dem Museum. Foto: Körkel

Nach der Reichspogromnacht des Jahres 1938 wurden fast 11000 jüdische Gefangene nach Dachau verbracht, im Krieg wurde das Lager mit gefangenen Menschen aus zahllosen Ländern gefüllt, wurde es zur Sammel- und Verteilungsstelle von Arbeitssklaven über 140 Außenlager, von denen auch eines in Bad Saulgau lag. So weit reichten die Krakenarme des Lagersystems Dachau, die Drohung „Du kommst nach Dachau!“ dürfte auch in Sigmaringen bekannt gewesen sein.

Schließlich wurden (gemäß Hitlers berüchtigten „Kommissarbefehls“) tausende sowjetische Kriegsgefangene im Lager und an einem nahegelegenen Schießplatz der SS kaltblütig ermordet. Dieser namenlosen Opfer des nationalsozialistischen Terrors wird in einer orthodoxen Kirche auf dem Gelände der Gedenkstätte gedacht. Gegen Kriegsende füllte sich das Lager weiter mit „evakuierten“ Häftlingen aus den östlichen Gebieten, Typhusepidemien griffen um sich, Tote wurden nicht mehr beseitigt. Als das Lager am 29. April 1945 schließlich von Soldaten der US-Army befreit wurde, wurden diese Zeugen unfassbarer Zustände. Für tauende kam die Befreiung zu spät.

Seit 1965 ist das Gelände Mahnstätte und Erinnerungsort, sind hier religiöse Gedenkstätten zu finden und informiert eine große Ausstellung über die Geschichte der Konzentrationslagers. Dabei erfüllt es insbesondere einen pädagogischen Auftrag – ein Besuch hinterlässt bei allen einen bleibenden Eindruck. Am Ende dieser Exkursion und in der Nachbereitung im Unterricht waren sich alle Schülerinnen und Schüler auch darüber einig, dass sich selbst die lange Busfahrt für diese wichtige Erfahrung gelohnt habe.

   

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