Vorsicht stark giftig

von der Imker-AG

JakobskreuzkrautFoto: Irmler

Es blüht wieder das Jakobs-Kreuzkraut, auch als Jakobs-Greiskraut bezeichnet. Diese Pflanze, die um Jacobi blüht (25.Juli), ist in allen Teilen sehr giftig. Für Säugetiere, wie zum Beispiel Pferde, Rinder und Menschen, kommt es bei Aufnahme des Giftes (Mischung aus verschiedenen Pyrrolizidinalkaloiden) zu Leberfunktionsstörungen, die bei höherer Dosis tödlich verlaufen. Aber auch eine niedrigere Dosis kann chronische Lebererkrankungen hervorrufen, da das Gift sich in der Leber anreichert. Pferde und Rinder meiden die Pflanze auf der Weide, nehmen das Gift aber durch Jakobs-Kreuzkraut-haltiges Heu auf. In unsere eigene Nahrungskette gelangt das Gift über Pyrrolizidinalkaloid-haltige Kräutermischungen oder Honig, denn für Honigbienen stellen Pflanzen, wie das Jakobs-Kreuzkraut, in der sonst sehr blüharmen Landschaft eine geeignete Nektarquelle dar. Bedingt durch den Klimawandel breitet das Jakobs-Kreuzkraut sich immer stärker aus, denn es ist widerstandsfähig gegen Trockenheit und hohe Temperaturen. Damit wird es zu einem ernsthaften Problem.

Das Jakobs-Kreuzkraut ist ein gelbes Korbblütengewächs, ähnlich einer Margerite und erkennbar an den meist 13 Zungenblüten (Anzahl der Zungenblüten kann leicht variieren). Die Samen verbreiten sich leicht durch den Wind, ähnlich den Samen des Löwenzahns. Der Stängel ist kantig. Die Pflanze kann zweijährig oder mehrjährig wachsen, d.h. im ersten Jahr wächst nur die Blattrosette und ab dem zweiten Jahr blüht die Pflanze. Zum Entfernen sollten Handschuhe getragen, die Pflanzen mit Wurzel ausgraben und über den Hausmüll entsorgen werden. Lässt man die Pflanzen einfach liegen, kommt es innerhalb kürzester Zeit zur Samen-Notreife und damit zu einer Weiterverbreitung. Deshalb sollte auch Grasschnitt mit Jakobs-Kreuzkraut, der für die Biogasanlage gedacht ist, der Anlage sofort zugeführt werden. Die beste Bekämpfungsmaßnahme jedoch ist die frühzeitige Verhinderung der Verbreitung des Kreuzkrautes. Hat es sich bereits in größerem Umfang etabliert, empfiehlt sich ein zweimaliger Schnitt kurz vor Blühbeginn, da dadurch die Pflanze am stärksten geschwächt wird.

Jakobskreuzkraut BlattrosetteFoto: Irmler